Sechs Dortmunder Grundschulen in der Nordstadt und eine Förderschule setzen das Projekt „Lernen neu denken“ um. – Ein Projekt, das Schule in vielen Bereichen nachhaltig und innovativ verändert!
Die Herausforderung: Ein großer Teil der Kinder wird mit Entwicklungsverzögerungen im Bereich der basalen Fertigkeiten wie Wahrnehmung, Motorik, mit Sprachschwierigkeiten und Schwierigkeiten im Bereich der sozialen Kompetenzen eingeschult.
Im Projekt findet eine Verknüpfung fachlicher Lehrplaninhalte mit unterrichtsersetzenden Lernangeboten an umliegenden außerschulischen Lernorten während der Unterrichtszeit statt.
Einzelne Klassen werden in zwei Gruppen geteilt (halbiert). Eine Gruppe sucht einen außerschulischen Lernort auf (z. b. einen Lernbauernhof oder Waldprojekt- aber auch Angebote direkt im Sozialraum) und erhält dort von professionellen Bildungsakteuren den Unterricht unterstützende Bildungsangebote in enger Verknüpfung mit dem Lehrplan. Die andere (halbierte) Lerngruppe bleibt in der Schule und erhält eine deutlich intensivere, individuelle Lernförderung. Das Vertrauen zur Lehrerin / zum Lehrer wird hierdurch sehr viel schneller aufgebaut. Das ist die Voraussetzung für eine gute Lernsituation: Kinder, die vertrauen, lernen leichter, schneller, besser. Ganz einfach… Durch einen wöchentlichen Wechsel erhalten beide Gruppen gleichermaßen alle Lernangebote.
Begleitet werden die Schüler*innengruppen an den außerschulischen Lernort durch Studierende der TU und der Fachhochschule Dortmund, die – mit vorausgehender entsprechender intensiver Vorbereitung auf ihre Aufgabe – als Lernbegleiter ihr pädagogisches Handeln erproben. Es findet ein enger, regelmäßiger Austausch zwischen den LehrerInnen und den Studierenden zur Vorbereitung der Exkursionen sowie zur Auswertung der Erfahrungen an den außerschulischen Lernorten statt.
Ziel des Projektes
- Unterrichtsersetzende Bildungsangebote zur Entwicklung sozialer, emotionaler, sprachlicher und kognitiver Kompetenzen
- Erlernen des Umgangs mit Stärken und Schwächen, Erkennen und Ausbauen von individuellen Fähigkeiten und persönlichen Interessen
- Stärkung des Gemeinschaftsgefühls sowie der sozialen Verantwortung
- Verknüpfen des Schulstandortes mit außerschulischen Lernorten des Stadtbezirks und den dort arbeitenden pädagogischen Bildungsakteure/-innen für eine optimale Ausschöpfung vorhandener Ressourcen
- Schaffung intensiver, individueller fachlicher Lernförderung mittels Halbierung der Klassen
- Anbindung weiterer Bildungsakteure/-innen im Schulkontext zur Erweiterung der personellen Betreuung und intensiveren pädagogischen Unterstützung des einzelnen Kindes, wodurch Bildungsnachteile abgebaut und Bildungschancen erhöht werden können.
- Befähigung der Schüler*innen zum selbstständigen Aufsuchen und Nutzen der außerschulischen Bildungsangebote im Anschluss an Unterricht nach eigenem Interesse zur Intensivierung ihrer Lernerfahrungen und Förderung individueller Stärken
- konstante Begleitung pädagogisch arbeitender Studentinnen und Studenten (Teamer*innen) als weitere unabhängig vom schulischen und familiären Kontext wirkende Bezugspersonen für die Schüler*innen
- multiprofessionelle und intensive Zusammenarbeit der Schulen und der Bildungsakteure/-innen vor Ort zur Stärkung, Weiterentwicklung und nachhaltigen Vernetzung der Präventions- und Bildungskette
- Studierende der Dortmunder Hochschulen (Lehramt, Sozialpädagogik, …), erhalten die Gelegenheit, mit enger Begleitung und Anleitung durch ihre berufserfahrenen künftigen KollegInnen, als Lernbegleiter ihre pädagogischen Fähigkeiten zu erproben, zu hinterfragen und zu entwickeln.
Teilnehmende Schulen: Nordmarkt Grundschule, Libellen Grundschule, Diesterweg Grundschule, Buschei Grundschule, Brukterer Grundschule, Lessing Grundschule und die Tremoniaschule.
Die Dortmund-Stiftung hat die Anschubfinanzierung mit einem Betrag in Höhe von Euro 300.000 geleistet. Das ist das bislang größte Projekt für unsere Stiftung. Diese Mittel werden zur Verfügung gestellt von Dortmunder Bürgerinnen und Bürgern sowie Dortmunder Unternehmen. 50% dieser Mittel kommen von der Dr. Ausbüttel & Co GmbH: Die Dr. Ausbüttel & Co. GmbH hat jeden von der Dortmund-Stiftung gesammelten Spenden-Euro verdoppelt (!). Darüber hinaus stellt die Stadt Dortmund seit dem Jahr 2023 (zunächst bis zum Jahr 2026) jeweils Euro 400.000 für das Projekt zur Verfügung.
Stadtteil-Schule Dortmund e.V. ist mit der Trägerschaft des Gesamtvorhabens und der Verwaltung der finanziellen Ressourcen, Fördermittel und Spenden beauftragt.
Seit dem Schuljahr 2023/2024 wird das Projekt wissenschaftlich begleitet, um die Wirkung des Projekts im Zeitverlauf zu überprüfen und eine langfristige Verstetigung, den Transfer auf andere Schulstandorte und Kommunen sowie die Überzeugung von politischen Entscheidungsträgern auf Landesebene zu ermöglichen. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes „Lernen neu denken“ übernimmt die Fachhochschule Dortmund.
Die Projektbeteiligten arbeiten daran, durch die Beschaffung von langfristig verfügbaren „Drittmitteln“ und weiterer unterstützender Maßnahmen, das Projekt mittel- und langfristig finanziell unabhängig von Spendenmitteln zu machen.












